Die
Geschichte
des Volkstheaters Flintsbach
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Es ist erwiesen, dass
bereits um 1500 im nördlichen Tirol und vielerorts im oberen bayerischen
Inntal religiöse Auführungen stattgefunden haben. (Weihnachtsspiele,
Paradiesspiel, Das jüngste Gericht von Hans Sachs, Osterspiel von Sebastian
Wild, Innsbruck, Passionsaufführungen u. a.)
Da jedoch urkundliche Aufzeichnungen hierüber im oberbayrischen Raum
spärlich oder gar nicht vorhanden sind, musste man für die Erforschung
auf erste Eintragungen in Kirchenbüchern zurückgreifen. Wie es auch
in Flintsbach der Fall war.
In den Flintsbacher Kirchenrechnungsbüchern wird im Jahr 1673 verzeichnet:
"dem Buechbinder wegen einbindung des Passions bezahlt 24 kr" Dies
ist nicht zweifelsfrei ein Beweis, dass 1673 die erste Passion auch aufgeführt
wurde, legt aber diesen Schluß nahe.
Zwei Jahre später steht unter "Gemaine Ausgaben": "Zur
gehaltenen Comedj hat man daß regall 1) von Aurdorf herauß gebracht,
deretwillen dann VmB Verbrauchte pröter 2) Vnd aufmachung deß Theatrum
in allem außgelegt. 1 fl 56 kr"
1) regall
= kleine tragbare Orgel (16. -17. Jh. als Begleitinstrument verbreitet)
2) pröter = Bretter
Sehen Sie hier den Auszug aus dem Kirchenrechnungsbuch
Aus verschiedenen im Kreisarchiv München (dem heutigen Staatsarchiv)
liegenden Eingaben geht mit Sicherheit hervor, dass im Jahre 1823, zu einer
Zeit, da das durch die sog. Aufklärung lang unterdrückte Volksspiel
bereits wieder neue Blüten treiben konnte, der Flintsbacher Wirt Franz
Pallauf einen eigenen "Komödienstadel" errichten ließ.
In einem Kirchenbuch fand sich ein Rechnungsbericht über die ersten Aufführungen,
die darin stattfanden. Man gab noch im gleichen Jahre 1823 vom 27. April bis
zum 6. Sonntag nach Pfingsten neunmal das Märtyrerschauspiel "Der
heilige Alexius".